Ökumenisches Gemeindezentrum mit Versöhnungskirche Mittelrain, Hans-Thoma-Str. 50, 89520 Heidenheim

Schon der Entstehungsprozess war ungewöhnlich:
Er dauerte fast 20 Jahre; denn wir wollten ein wirkliches gemeinsames Zentrum, wo also der Gemeindesaal von beiden Seiten benutzt wurde; und insbesondere auch kein Zentrum mit zwei getrennten Kirchenräumen, wie es zumeist üblich war bzw. ist, sondern eben mit  e i n e m  Gottesdienstraum für beide Konfessionen - 
 die katholische Dreifaltigkeitsgemeinde und die evangelische Versöhnungsgemeinde.
Da gab es von beiden Kirchenleitungen immer wieder Einwände.
Nachdem wir von katholischer Seite unsere zentrale Dreifaltigkeitskirche hatten und nur für den abgelegenen Stadtteil Mittelrain eine Außenstelle brauchten, lag es nahe, dass der Kirchenraum in evangelischem Besitz ist.
Das aber warf neue Schwierigkeiten auf:
Wie handhaben wir es aber dann mit den sogenannten "Catholica", den typisch katholischen Elementen wie Tabernakel mit "ewigem Licht", mit Weihwasserbecken, oder einer Mariendarstellung?
Da unsere Devise war, dass ein gemeinsames Leben in so einem Zentrum nur sinnvoll ist, wenn ein Verständnis für die Eigenheiten der "anderen Seite" gewachsen ist, fanden mehrere gemeinsame Kirchengemeinderats-Wochenenden statt.
Für die Gemeinden wurden mehrere Seminare mit theologischen Themen veranstaltet, wo Entstehung und Sinn solcher konfessioneller Ausprägungen erläutert wurden und Grundlage für Diskussionen gaben.
Beim Architektenwettbewerb galt es für die Jury, aus mehr als 30 Entwürfen den besten auszuwählen. Bei der Bewertung der anonym ausgestellten Entwürfe gab es eine erfreuliche Überraschung. Man hatte sich geeinigt auf den Entwurf des Heidenheimer Architekten Alfred Bruegel. Dies erleichterte die Zusammenarbeit wesentlich.
Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1986 dauerte es zwei Jahr, bis wir am 13. März 1988 Einweihung feiern konnten.

Die künstlerische Gestaltung erfolgte gemäß einem Entwurf des Heidenheimer Künstlers Franklin Pühn.
1991 wurden die vier Fenster durch Raphael Seitz, einen Künstler aus Heilbronn, gestaltet. die Orgel konnte im Jahr 2000 eingebaut werden. Michael Kreisz aus Schwäbisch Gmünd hat diese Arbeit geplant und durchgeführt.
Wir haben jetzt ein Zentrum, in dem alle Räume gemeinsam genutzt werden; die Besitzzuteilung auf die beiden Konfessionen spielt in der Praxis keine Rolle. Auch die Finanzierung erfolgt - unabhängig von der tatsächlichen Nutzung - zu gleichen Teilen. Dass die "evangelische" Versöhnungskirche einen Tabernakel mit "ewigem Licht" enthält und an den Ausgängen Weihwasserbecken angebracht sind, ist nach unserer Information wohl einmalig in der Bundesrepublik Deutschland.
Das ÖGZ ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein wichtiger Treffpunkt für beide Gemeinden - für je eigene Programme sowie ökumenische; aber auch manche andere Gruppen oder Vereine halten dort Veranstaltungen ab. Viele "runde Geburtstage" und andere familiäre Ereignisse haben im ÖGZ einen sehr guten Rahmen gefunden.

All die zahlreichen Belegungen und Belebungen des Zentrums sind unter dem Stichwort Ökumene nachzulesen.

Unser Wunsch ist, dass das ökumenische Leben in unsereren Gemeinden weiterhin so lebendig und gut bleibt, und dass in den Weltkirchen die innere und äußere Annäherung Fortschritte macht.